der saal bebt

 

DER AAL LEBT!

Die Schlagzeile des imaginären Boulevardblatts schockierte

die abwesenden Anwesenden,

ihre Aufmerksamkeit bündelnd

auf das Entdeutende.

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Auch Du flaniertest

auf dem Boden der Fakten

und wurdest schliesslich

aus der Bahn geschleudert

irgendwo zwischen

Normaler Weg

und

Gemütlicher Platz.

Was solls,

Deine Beine sind abgequetscht.

das nächste Shopping-Center ist außer Reichweite.

doch siehe da-

auf der Straße der Erkenntnis

krauchen lauter Gelackmeierte:

Dieser dort hat ein Karzinom.

Mit Glatze kann er sich nicht mehr die Haare raufen.

Er da hat ein Auge verloren, seitdem ist er kein Blindgänger.

Sie wurde beim dritten Eingriff steril,

nun hat sie adoptiert.

Und DU?

Welchen Anstoß brauchst Du noch?

was flattert so raschelnd im Wind?

Ahh, die besagte Ausgabe.

Lesen wir doch den Artikel:

Der berüchtigte Tausendsassa,

ein ausgefuchster ungestümer und vielseiteiger Lebemann,

genannt „aalglatte Kanalratte" oder kurz „Aal"

ist überraschend dem Aus entronnen.

Hätte er früher nicht mal mit der Wimper gezuckt,

so ist jetzt gerade dies seine einzige verbleibende Kommunikationsgrundlage.

welchen Weg wird er nun einschlagen,

nachdem er ans Krankenbett gebunden ist?

Das ausführliche Interview drucken wir morgen exklusiv auf Seite1.

Somit steht fest, trotz sechsfachen Überschlags

seines brandheissen italienischen Sportwagens

heißt es wieder einmal:

Der Aal lebt!

30. April 1998, Tadeusz Szewczyk