Nietzsche & Einstein

Nietzsche in Haft

Kirchenasyl für Nietzsche

DogCommunication und die Menschen

Nietzsche & Einstein auf der Reise

Nietzsche & Einstein in Spanien

Einsteins Traum und dessen Folgen

Nietzsche & Einstein auf der Flucht durch Frankreich

HUNDE DEMO in Paris

Flanieren

Flug nach Zürich

Die Ankunft

Auflösung

Der offene Brief an die Autorin und den Schriftsteller

 

 

 

Einstein & Nietzsche

Alles nur ein Traum - oder doch...

erdacht und geschrieben von Regula Erni & Hans Zengeler

 

Nietzsche! Nietzsche, komm! Was ist denn, Nietzsche?

Wuahahaha, wuahaha, hörte er sich selber lachen. Und dachte: Komisch, daß ich so lachen muß. Er wollte sich soeben nach Einstein umdrehen und dem wieder einmal aus Übermut und Lebensfreude ins fette Ohr hineinbeißen, als er zwei Hände spürte, die ihn schüttelten.

Nietzsche, hörst du nicht!

Vor ihm stand Max.
Was ist los?
Was sollte wohl los sein?
Offenbar war er eingeschlafen, aus gutem Grund, schließlich waren die vergangenen Tage und Wochen ziemlich ereignisreich und damit auch anstrengend gewesen.

Willst du heute nicht raus?

Max winkte mit der Leine.

Moment mal! So haben wir nicht gewettet. Leine? Kommt ja gar nicht in Frage.

Nietzsche sprang aus seinem Körbchen und stutzte: Wieso sprang er jetzt aus seinem Körbchen?
Das konnte gar nicht sein, zumal er eben noch mit Einstein in einem Züricher Restaurant die Menschen ...
Er begann zu begreifen.
Er wollte das aber nicht.

EIN STEIN!!!
EIN STEIN!!!

Der antwortete nicht.
Da dämmerte es Nietzsche allmählich, daß er nur einen Traum gehabt hatte, einen langen, lebendigen Traum, dessen Einzelheiten so real in ihm vorhanden und spürbar waren, wie das noch nie in einem Traum der Fall gewesen war.

Er sah Max plötzlich mit anderen Augen und sah, daß auch Max ihn mit anderen Augen ansah, also mußte sich etwas verändert haben.

Er rannte die Treppen hinunter in Max' Arbeitszimmer, sah den Computer.
Ob er es tatsächlich versuchen sollte?
Er setzte sich vor den Monitor und konzentrierte sich.

Lieber Einstein, mailte er,
ich habe von dir geträumt, mir war's, als seist du in einer Notlage befindlich, dir fehlte deine Bank. Und ich hörte dein Jammern. Und ich wollte dir helfen. Damit begann mein Traum.
Ich hoffe Einstein, daß es dich wirklich gibt und daß du diese Nachricht auffangen kannst.
Wenn alles wahr ist, Einstein, dann weitet sich unsere Welt ...
Dein Nietzsche

Ob dieser Einstein wohl antworten würde?


Einstein lief neben Eliza dem Ufer der Aare entlang und hielt Ausschau nach einem Hund namens Nietzsche. Nicht nach irgendeinem Hund, erklärte er Candy, einem Australian Sheepdog, der ihm über den Weg lief und ihn wie fast jeden Tag zum Spielen aufforderte, nach Nietzsche.

Nietzsche ist nicht wie du; er ist ein besonderer Hund, mutig und freundlich. In ihm steckt ein wenig Schweizer-Sennenhund und eine grosse Portion Bracke.

O Einstein, meinte Candy, du läufst einem Phantom hinterher, den Nietzsche gibt es bestimmt nicht; ich bin noch nie einem Hund begegnet, der Nietzsche heisst und...

Einstein lief weiter, fragte Paddy, fragte seine beste Freundin, fragte Puschkin und alle antworteten mit einem fellschüttelnden Nein, Noch-nie-gesehen oder Gibts-gar-nicht...

Einstein, bitte komm jetzt!

Elizas Stimme klang nicht ungeduldig, nur ihr linker Fuss scharrte im Kies.

Einstein liess freundlich seine Rute kreisen; er drehte den Kopf und schaute Eliza an: Ja, ja, ich weiss, die Parameter haben sich wieder einmal verändert: du befiehlst und ich habe zu gehorchen.
Er wartete bis sie weiter lief, sprang hinter ihr und überholte sie, die Nase suchend auf den Boden geheftet.

Plötzlich richtete er sich auf, stand wie angewurzelt, die Nase in die Luft gereckt - und machte einen Freudensprung auf Eliza zu. Eliza trug wie üblich ihren Palm bei sich in der Sportjacke, und das Handy war eingeschaltet.

Nietzsche hatte eine Email geschickt, das Handy sie abgeholt und auf den Palm übertragen.

Los, laufen, Einstein, sagte Eliza und griff nach einem Stecken, den sie in flachem Winkel den Weg entlang nach vorne warf.

Einstein sprang dem Stecken hinterher und brachte ihn hinkend zu Eliza zurück.

Was hast du, Einstein, bist du verletzt? Eliza beugte sich über ihn und fing seine Pfoten zu untersuchen an. Einstein schmiegte seinen Kopf an Elizas Beine und hielt ganz still, was Eliza erstaunte.
So schlimm, Einstein?

Mit sanftem Druck hob sie seinen Kopf, um ihm in die Augen zu schauen. Deinen Pfoten fehlt auf den ersten Blick nichts, aber wenn du nicht mehr springen magst, gehen wir nach Hause.

Verwundert schaute er zu Eliza auf, sollte sie plötzlich einfühlsamer geworden sein?

Aber er hatte keine Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, eben hatte er die Nachricht
aufgefangen; er befreite sich von Eliza und machte einen Freudensprung nach dem andern.

Nietzsche existiert, jaulte er, Nietzsche existiert; -. Plötzlich hielt er inne, er würde mit Eliza nach Hause zurückkehren, sich vor den Computer setzen und sich mit aller Kraft auf das Smsen konzentrieren.

Lieber Nietzsche, am Anfang stand die Email...