Nietzsche & Einstein

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Nietzsche & Einstein in Spanien

Einsteins Traum und dessen Folgen

Nietzsche & Einstein auf der Flucht durch Frankreich

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Flug nach Zürich

Die Ankunft

Auflösung

Der offene Brief

 

 

 

Einstein & Nietzsche

auf der Flucht durch Frankreich

erdacht und geschrieben von Regula Erni & Hans Zengeler

 

Sie aßen und tranken von der Quelle, bis Bruno kam, hechelnd, mit fast bis zum Boden herabhängender Zunge, ziemlich außer Atem, denn er war wohlbeleibt, was jeder Hund verstehen wird, der die baskische Küche kennt.

wuwu, Bruno - Nietzsche - er kommt

Wuuee, amigos, wuee, ja, man wird nicht jünger, diese Berge -! Was ist passiert, wie kann ich helfen ...

Einstein legte sich bäuchlings unter die Bank und schaute Nietzsche, der die Geschichte vom Paralleltraum und dem Verdacht erzählte, nachdenklich zu.

Bruno lauschte verwundert. Am schwersten fiel ihm, den Blick von der Muschelsuppe zu wenden; das Wasser lief ihm in der Schnauze zusammen, lange Speichelfäden wuchsen aus seinen Lefzen, aber er gab sich große Mühe, Nietzsches Ausführungen zu folgen, um dann, als Nietzsche fertig war, mit einem Entschuldigungsbeller den Kopf in die Muschelsuppe zu tunken und darin zu schlabbern, als hätte er tagelang nichts zu essen gehabt. Einstein rollte die Augen, Nietzsche schüttelte sich.

Bruno, Brunito, verfressener Hund!

Wuee, tschlappschlap - me exculpa, amigo, tschlapp, ich mußte mich stärken, ehe ich euch über die Berge bringe, zu den französischen Basken, wuawua, Hirtenhunde, die schleusen euch sicher rüber. Wuchchodchod!

Von einem Hundeparalleltraum habe er noch nie gehört, wuuuaa, wuuaa, was es nicht alles gibt ...

Wuwu, blaffte Einstein, jetzt sind unsere Vorräte im Eimer - äh, Bruno. Das beste wird sein, wenn wir uns auf die Pfoten machen...

Wuee, Einstein, ihr werdet jede Menge zu Fressen bekommen, wuee, vamos, amigos.

Bruno tappte voran in halbwegs zügigem Tempo, Einstein und Nietzsche nebeneinander hinterher. Es wurde nicht viel gebellt, jeder hing eine Weile lang seinen eigenen Gedanken nach, Bruno dachte an sein Rendezvous mit Rosita, der Schäferhündin, Einstein joggte mit Frauchen um den See und Nietzsche sprang Max auf den Arm, schleckte ihn ab. Nach gut zwei Stunden waren sie an der Grenze, Bruno übergab sie den Hirtenhunden, verabschiedete sich, die Hirtenhunde bellten überhaupt nichts, sondern machen nur Kopfbewegungen, ihnen zu folgen, so schlichen sie unbemerkt über die Grenze


Eilnachricht +++ Jet in Bilbao ohne euch gestartet +++ ein Mißverständnis?
+++ nächste Möglichkeit: Marseille, 14.02. 10 Uhr MEZ +++ alles vorbereitet
+++ erbitte dringend Nachricht +++ v. Schwaigern +++

[mail von max]
Nietzschewitsch! Bruno jetzt auch? Kann es sein, daß Bruno mir gemailt hat, ihr seid momentan in Südfrankreich unterwegs? Nietzsche, das wird immer eigenartiger. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Auffällig viele und auffällig merkwürdige Typen erkundigen sich nach euch. Darunter ein Prof. Schwaigern-Rüdesheimer, der mich beglückwünschte das Herrchen von N. zu sein. Er wollte mir einen Scheck in Höhe von zehntausend Euro überreichen, als Honorarvorschuß für dein/ euer Referat in Freiburg. Offenbar habt ihr einen Termin versiebt in Bilbao. Jetzt will euch dieser Schwaigern unbedingt in Marseille erreichen. Mißtrauisch geworden, lehnte ich sowohl den Scheck ab als auch seinen Wunsch meiner herrschaftlichen Einflußnahme auf dich.
Jetzt stelle ich fest, daß mein Mißtrauen berechtigt war: dieser Professor ist - pardon - ein falscher Hund! Von wegen Psychiater und Kommunikationsforscher! Ihm gehört eine dubiose Firma, von der keiner genau weiß, was sie eigentlich herstellt. Und soll ich dir bellen, wer mir das gesteckt hat? Du glaubst es nicht: mein Nachbar, dieser Schriftsteller, den auch kein Mensch kennt. Wir kamen, beim Trottoirfegen kurz ins Gespräch. Er sprach von einem Hundekinderbuch, an dem er gerade schreibe, er habe nämlich plötzlich sein Interesse an Hunden entdeckt und hätte dich gerne interviewt.
Natürlich wurde ich da hellhörig, ich kenne den doch, der und Hunde! Aber sei's drum, irgendwann, ich weiß nicht wie, kam das Gespräch auf diesen Schwaigern, für den Ermano (so das Pseudonym des Nachbarn) schon mal eine Festschrift verfaßt haben soll. Dieser besitze eine weit und undurchsichtig verzweigte Firma, von der er, Ermano, vermute, daß sie an illegalen Versuchsreihen nicht zu identifizierender Art beteiligt sei, selbst Rüstungsgeschäfte mit der Schweiz (wo bekanntermaßen alle kriminellen Geschäftsleute ihr Geld bunkern) seien im Gespräch. Also ich warne euch, Nietzsche und Einstein, seid auf der Hut ...
(Diese Mail schicke ich Bruno, der mir gemailt hat, mit der Bitte, sie irgendwie an euch weiterzuleiten Dein Max.)

NZZ - NEWS - Kostbare Hunde gesucht - Nietzsche & Einstein - 10000 Sfr
Belohnung - Wer hat sie gesehen - Vorsicht gefährlich, da mit unbekanntem Virus infiziert - sofortige Meldung an: Gesundheitsamt Zürich, z. Hd. Prof.Ruedi - eilt!

...nein, wir dürfen von Schwaigern nicht antworten,
Nietzsche, er könnte uns vielleicht orten oder orten
lassen und dann dauerte es nur ein paar Stunden bis er uns gefangen hätte.

Wuff, das meine ich auch. Ich denke, wir müssen schnell irgendwohin, vorher noch alle Nachrichten absetzen und dann einen abhörsicheren Raum aufsuchen, was meinst du, wuff?

[mailto: max]
Max, Max, lieber Max,
wuff, ein Glück, dass niemand weiss, dass es Brunito gibt - danke für die Warnung - fragen uns, was von Schwaigern und alle diese Typen wollen können von uns - hatten die Absicht nach Nizza und mit Segeljacht in die Südsee - ist zu gefährlich wegen Marseille, das nicht weit - muss Schluss machen - sms will durch ...
dein Nietzsche

wuwu, wo aber sollen wir einen abhörsicheren Raum
aufsuchen - wo, wu

Ein Tal mit Bergen ringsum, das könnte klappen, meinte Nietzsche.

[mail from max to nietzsche]
Nietzsche: die Südsee? Wie wollt ihr denn in die Südsee kommen, um Hundes willen? Wir müssen jetzt Nägel mit Köpfen machen, Nietzsche, ihr könnt nicht ewig in der Weltgeschichte herumreisen und so zu gewissermaßen ahasverischen Hunden werden, ich würde eher etwas vorschlagen a la "freies Geleit für Einstein & Nietzsche".
Max

[mail from marten to einstein via nietzsche]
Hallo Einstein, wir haben dir nie etwas vorgemacht, damals nicht, als du, ein zwölf Wochen alten Hundebaby, in unserem Garten sassest, Eliza die Tür öffnete und du
wie der Blitz in die Küche ranntest, dich unter der Eckbank verkrochst und so tatest, als könntest du weder "wu" sagen noch "niu" flüstern, und heute nicht. Auf unserer Strasse ist kein Durchkommen mehr wegen der Kamera- und Fernsehübertragungswagen, unser Garten wird von Reportern und Journalisten belagert. Dieser Professor von Schwaigern und seine AssistentInnen haben unsere Terrasse belegt und die Seuchenpolizei hat drei bewaffnete Wachen vor der Haustür abgestellt. Ein Mann namens Sunderland hat Eliza im Einkaufszentrum angesprochen, vor von Schwaigern gewarnt und sie gebeten, ihm zu vertrauen und deinen Aufenthaltsort verraten. (Was sie natürlich nicht getan hat). Und schliesslich hat uns auch noch ein gewisser Max angerufen, uns zu einem Treffen aufgefordert und uns gebeten, uns mit ihm und einem sonderbaren Schriftsteller, nicht mehr ganz jung und mit fliederfarbenem Haar die Gegend verunsichernd, zu unterhalten. Ehe wir etwas unternehmen, möchten wir dich sprechen oder zumindest von dir hören, was los ist, wo und womit du dich infiziert hast. Wir haben zu dir gehalten, als du Tante Emilies schwarzen Nerzmantel in tausend kleine Fetzchen gerissen, Cousine Mirandas Lippenstift auf den Keramikplatten ausprobiert und Benjamins künstliche Dinger in Nachbars Wohnzimmer aufgereiht, Zickenmanns Kalbsbraten geklaut und Bobbys Ball gestohlen und unter Wasser vergraben hast.
Einstein, ich erinnere mich auch an alle anderen Untaten, aber die Zeit drängt. Bitte melde dich.
Marten, der gehofft hat, ihr verbrächtet ein paar schöne Tag im Süden.

[frage von Marten an Einstein über Nietzsche]
Vielleicht sollten wir uns alle auf einer Insel treffen? Welcher?

[Antwort Einstein an Marten]
Nicht in Key West, nicht auf den Bahamas und ganz sicher nicht Jersey, Man oder den Caymans, Marten - alle Steueroasen sind tabu

[rückfrage Marten über nietzsche an Einstein]
Ja, Hundshimmel nochmal, wo dann?

[sms to max]
wuff, Max, meinst du alle Hunde zusammenrufen und demonstrieren - in Paris?
Nietzsche

[sms from max to nietzsche]
Und durch die Hundemassen verschwinden +++ Max

[mailto: max]
Max, Einstein findet deine Idee die beste – Eintreffen in ein, zwei Tagen, wenn wir Glück mit einem Transportmittel haben, Champs Elysée, Hotel Clemenceau - du bitte: Residence du Roy
Drück uns die Pfoten
dein Nietzsche

[sms from max]
mach ich +++ dein max

[mailto: eliza & marten from einstein über nietzsche]
Marten, Eliza - wir treffen uns in Paris, Hotel du Roy, morgen oder übermorgen - Nietzsche, Bruno und ich haben noch viel Arbeit vor uns - alle Hunde nach Paris
zu bellen - sorge bitte für unauffällige Fahrgelegenheit und jetzt Ruhe im Funkverkehr!


wuwau, ohne Mobilfunk-Antenne - gibt es das überhaupt noch irgendwo ausser in Bottenwil? kam Einstein auf Nietzsches Frage zurück, bevor der rege Mailverkehr stattgefunden hatte.

Warum gehen wir dann nicht nach Bottenwil, wenn wir über Paris verschwunden sind, schlug Nietzsche vor.

wu, Nietzsche, wuwouou, ich überlege gerade: Max' IP
ist von Schwaigern und all den andern, die uns
verfolgen möchten, bekannt, aber nicht diejenige dieses fliederfarbenen Schriftstellers - wie lautet sein Name doch gleich - wu, Ermano - wer kommt schon auf die Idee, einen fliederfarbenen Schriftsteller, dessen Farbe sich zu Violett wandelt zu überwachen? - Was meinst du, lieber Freund, Nietzsche?

Wuff, ich meine, wir sollten es versuchen, allerdings, wuff, ohne das Mißtrauen aufzugeben. Ich kenne diesen Ermano nicht besonders gut ...

[mail from einstein to ermano]

Guten Abend, Herr Ermano,
bitte entschuldigen sie mein Eindringen in ihre Privatsphäre; ich täte es nicht, wenn ich eine andere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Nietzsches Herrchen Max sähe. Mein Name ist Einstein, einfach nur: Einstein.
Sie haben Nietzsche, das hat uns Max geschrieben, schon gesehen und hätten gern ein f2f Interview mit ihm gemacht. Das ist im Augenblick leider nicht möglich. Wenn Sie uns behilflich sind, sichern wir Ihnen eine Top-Story zu, die Sie weltweit noch bekannter und berühmter machen wird, als Sie es jetzt schon sind, und Ihnen viel - Geld, glaube ich, sagt man, einbringen wird.
Wenn Sie uns helfen wollen und bereit sind, mit Max Kontakt aufzunehmen und ihm zu erlauben, über Ihr Handy zu smsen oder Ihren Computer zum Mailen zu benutzen, antworten Sie bitte auf diese Email. Noch eines: uns zu helfen, ist nicht ungefährlich; Sie könnten sich mit allen möglichen staatliche Instanzen anlegen – welche das sind, sagt Ihnen Max.
Mit ganz, ganz freundlichen Grüssen
Ihr Einstein

[mail from: ermano to einstein]
Es ist mir bekannt, daß die Menschheit sich im Zeitalter der Verblödung befindet, seit mehr als einem Jahrzehnt stelle ich diesen scheinbar unaufhaltsamen Prozeß der Verblödung fest, was nichts anderes heißen soll als: möglich ist alles. Auch daß Hunde mailen. Von mir aus. Von mir aus soll ein Hund der nächste Bundeskanzler sein, mir wurscht. Ich will weder eine Top-Story (bin kein Journalist) noch viel Geld. Von mir aus soll mein Nachbar Handy und PC benutzen, wenn er mich ansonsten in Ruhe läßt. Ich arbeite an einem Weltroman. Basta. Ich arbeite. Und solange ich arbeite, ist mir die Welt vollkommen wurscht. Außerdem muß ich jetzt frühstücken. Es klingelt. Der angekündigte Nachbar. Und jetzt, bitte, keine weitere Störung mehr.
Ermano Relé Gnez

Inzwischen waren sie in Chartres angekommen.

Nietzsche, kannst noch unter der Plane, wo
es wärmer ist, als auf dieser elenden und zugigen
Pritsche, liegen bleiben. Meine Nase sagt mir, dass die
von Schwaigers sich für mindestens acht Stunden auf
Griechenland konzentrieren, auf Kreta und das Orakel
von Delphi. Alle Emails, die in den letzten sechs
Stunden auf Max, Martens und Elizas Maschinen gelandet sind, sind aus Delphi gekommen. Überprüfbar,
nachgewiesenermassen. Mhm, ich habe sie nach Kanada geschickt, von Kanada sind sie über die Fidji-Inseln nach Delphi oder Kreta geschickt worden und von dort zu Marten, Eliza und Max. So gut, dass es diese Umleitungsmöglichkeiten gibt und ich noch daran gedacht habe. Es ist fast wie mit dem Schwarzgeld: du zahlst es an der Bahnhofstrasse ein, es fliesst über London und Jersey und wird dir auf den Caymans gutgeschrieben, aber in Zürich kannst du es wieder abholen. Irreführung der von Schwaigers, ha! Wuwuoajo,
Nietzsche, bist du jetzt auch fertig mit smsen? -
Wieviele wohl da sein werden morgen in Paris?

Was du alles weißt, wuff. Ich wäre verloren ohne dich. Heute ist Valentinstag, wuff. Schenken sich da auch Freund was? Paris? Ich habe keine Ahnung. Ich laß mich überraschen, wie es um die Solidarität der Hunde bestellt ist. Auf jeden Fall sollten wir genau vorausplanen, wuff.

[sms to max from nietzsche]
Max, dein Nachbar ist, meint Einstein, sehr nett, er läßt dich mit seinem Telefon smsen. wir kommen in vielleicht drei Stunden an unserem Ziel an. Wir planen jetzt unsere sogenannte Weiterreise. Hast du dir schon Gedanken gemacht oder mit Marten und Eliza Kontakt aufgenommen?
fragt dein Nietzsche

[sms from max to nietzsche]
Was heißt nett? Er läßt mich sein Handy + Pc benutzen, zieht sich immer sofort zurück, ich sehe, er schreibt mit einem dicken Füller in ein dickes Notizbuch. Dazu raucht er Davidoff. Kopf im Rauchnebel verschwunden. In 10 Minuten muß ich los, Flughafen STR, Flug mit Air France nach Paris, wo ich in zwei Stunden landen werde, CDG. Gehe dann gleich ins Hotel. Hundedemo (fast ausschließlich französische Hunde über AR mobilisiert, man rechnet mit ca. 100 000 in den Champs Elysées, auf die sich die Polizei konzentrieren wird, s. d. wir ungestört sind) findet ab ca. Highnoon statt, wuff und wu
dein Max

wuwu, das meine ich auch. Wir mischen uns in die Demo und hauen ab, wenn wir am Hotel du Roy vorbeikommen. Marten und Eliza sollten dort bereitstehen mit einem Motorrad oder Auto. Was meinst du, Nietzsche, du bist so viel schlauer als ich

Das wäre mir neu, wuff. Aber genauso habe ich es auch gedacht, in der Masse verschwinden, dann abhauen, wobei wir nicht vergessen dürfen, auch Max noch abzuholen.

[sms to max: status: dringend]
Gut so, Max, wenn dir einer von von Schwaigerns Häschern hinterher ist, wird er sich in der Hundedemo verfangen - wie die aussehen, die von Schwaigerns, wissen wir nicht, aber die Owtscharkas werden sie herausriechen, sagen sie, die Owtscharkas -
dein un-gestörter Schriftsteller raucht nur Davidoff, sagst du - sag mal, das stinkt doch, so abgestandener Zigarrenrauch - ist jetzt ja auch egal, Hauptsache wir kommen aus der Sache raus
dein Nietzsche
PSMS: du wirst von Eliza gesucht und Marten

[eilmessage from max]
...bin schon im Landeanflug ... keine Angst ... es wird alles gutgehn
Max

Max, hob Einstein entsetzt die Pfote - wie könnte ich den Max vergessen, er wohnt doch
im gleichen Hotel wie Marten und Eliza. Wie sieht er
denn aus, der Max - ich muss Eliza sagen, dass sie ihn
suchen soll und du dem Max, dass er von Eliza gesucht
wird, während Marten das Vehikel bereit stellt ...

Schon erledigt, wuffte Nietzsche ... Max weiß Bescheid ... Er fällt allein schon dadurch auf, daß er nur 1,54 groß ist, wuff.

wuwu, ich hoffe, dass alles klappt, im Moment bin ich
eher geneigt, eine Ästhetik der Aussichtslosigkeit zu
schreiben und nicht mich in Optimismen zu wälzen.
Nietzsche, was soll nur werden...

Wir haben schon viel erreicht, Einstein; ich glaube, die Menschen sehen uns Hunde jetzt schon mit anderen Augen, auch wenn sie nicht genau wissen, was sie davon halten sollen, wuff, ich errieche die Nähe einer großen Stadt, Einstein ...

[sms to max]
Max, wuwu, wir sind da, Einstein ist trübselig, was soll ich jetzt machen - er meint, er will eine Methodologie der Aussichtslosigkeit bellen, wuff!

[mail from max]
...wartet, bis ihr seht, was auf den Elysées los ist ... Einstein ist eben ein Intellektueller, er wird sich schon wieder fangen, tröste ihn mit der Aussicht, daß er bald Herrchen und Frauchen sehen wird ...

Einstein indessen machte weiter einen niedergeschlagenen Eindruck.

wouwou, gestand er, mir ist nach grossen Städten, Nietzsche, ich - ich mag keine Demonstrationen und die Champs Elysées - ich weiß nicht, ich glaub, ich bleibe hier auf dieser Pritsche ...


Das wird kaum gehen, Einstein, wuff, irgendwann hält der Fahrer und wirft dich vom Laster, gab Nietzsche zu bedenken.
Was ist los mit dir, Einstein, Paris, war das nicht deine Idee und fandest du es nicht auch gut, mit den Massen zu verschwinden?
Oder bist du etwa krank, wuff?
Wir könnten folgendes machen: wir springen hier ab, suchen ein warmes Plätzchen für dich, ich fahr mit der Métro zu Max und den deinen, und dann holen wir dich hier ab, oder?
Inzwischen maile ich mal Eliza & Marten deinen Zustand ...