litart.ch

Freiheit

Romane und Drehbücher spielen zwischen den Welten, im Grenzland zwischen Wirklichkeit und Dichtung, zwischen Realität und Fiktion.

Die Luft riecht nach Zimt und Vanille. Alles schmeckt nach Freiheit. Ich greife mir ein Haus aus dem Villenviertel und werfe dessen Bewohner kurzerhand auf die Strasse. Meine Figuren, eine nach der andern mit Zügen ausgestattet und je einem Lebenslauf, besetzen das Haus, bevölkern die Zimmer...

Die Sonne bringt den Asphalt zum Schmelzen - die Handlung verlangt nach Winter, nach klaren Nächten, nach Frost, Eis und Schnee. Also lasse ich die Hitze verschwinden, Nordwind kommt auf. Meine Figuren stemmen sich gegen den eisigen Wind, ziehen die Hälse ein, schlagen die Mantelkrägen hoch, schieben ihre klammen Hände in die Taschen warmer Mäntel und beeilen sich, die Hallen der Universität zu erreichen. Wer hat sich diesen Neubau ausgedacht, wer ihn an einem schier unerreichbaren Platz realisiert? - Ich versetze ihn glatt ans andere Ende der Stadt auf einen sanften Hügel. Das Versuchslabor ist, obwohl erst zehn Jahre alt, schon wieder veraltet, für meine Zwecke ungeeignet. Im Hinterkopf nur die Zukunft wird ohne Rücksicht auf den gegenwärtigen Stand der Labortechnik das neueste gebaut und sofort belegt.

Das, was im Buch zu lesen und im Film sichtbar sein wird, muss den Expertisen von Zukunftsforschern stand halten, muss somit im Bereich des Möglichen liegen. Was im Buch, im Film geschieht, ist bis heute in Wirklichkeit zwar nicht geschehen, aber es könnte geschehen, - ehe der Film abgedreht und das Buch die Buchbinderei verlassen hat.

Der Abstand zwischen Phantasie und Wirklichkeit ist knapp geworden. Was die Grausamkeit menschlicher Handlungen anbelangt, so hat die Wirklichkeit die Phantasie längst überrollt. Nichts von dem, was ich mir auszudenken vermag, kann mit dem, was Menschen Menschen antun, Schritt halten.

Das Erfinden und Schreiben von Geschichten kommt einem Schöpfungsakt gleich, hat mit Phantasie zu tun, mit Vorstellungskraft - und nur wenig mit dem handwerklichen Geschick, das überall und immer wieder gepriesen wird. Das Schaffen einer eigens für eine Geschichte ausgedachten Biosphäre in einer bekannten oder unbekannten Stadt ist mit einem ungeheuren Gefühl der Freiheit verbunden. Eine Freiheit, die ich nie mehr missen möchte, eine Freiheit, auf die ich auch beim Schreiben von andern Texten nicht verzichten will.

Maus und mehr davon?

 

Peeling - just peel it

NetArt

Kunst im Ortlosen

Bifiction

Hommage an FD

Arche

Cyberspace

Was ist Netzliteratur

NoConcept

LesArten

Home