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Von den Schwierigkeiten, Netzgeschehen in den Print zu verlegen Roberto Simanowski: "Interfiction" - vom Schreiben im Netz Als ich das Buch durchgeblättert habe, schoss mir "welch ungeheure Fleißarbeit" durch den Kopf. Das Buch umfasst 198 Seiten. Inklusive Vorwort, Einleitung, ausführliche Bibliographie zu Onlinejournalen und Websites. Und dann auch noch die Print- und Online-Bibliographie. Textmarken noch und noch. Ein streng wissenschaftliches Buch? Nein, von "streng wissenschaftlich" kann im Zusammenhang mit dem, was sich im Netz unter dem Sammelbegriff Netzliteratur, von Simanowski als "Interfiction" bezeichnet, tut, nicht die Rede sein. Aber gewiss ein Buch mit wissenschaftlichem Anspruch, das künftigen Wissenschaftern und damit den Wissenschaften dienen soll? Oder endlich einer, der die Bedenken und Vorurteile des Buchhandels gegenüber Netzliteratur, Online-Autoren, Hypertexten, Mitschreibprojekten und was es im Netz sonst noch so alles gibt, in Buchform auf den Mark bringt? Oder einer, der meint die Definition für Netzliteratur gefunden zu haben, in dem er schreibt "...Netzliteratur ist (...) das, was sich der spezifischen Eigenschaft des Internet in ästhetischer Absicht bedient," um im nächsten Abschnitt "Die begrifflichen Probleme sind damit noch keineswegs gelöst", zu sagen? Vielleicht einfach ein Buch, das dem Wissenschafter, der seine (Haupt) Tätigkeit im Netz entfaltet und trotz unvermüdlicher und vielerlei Anstrengungen, Geld mit seinen Seiten zu machen, scheiterte, wenigstens einen Bruchteil des investierten geistigen und materiellen Kapitals für sein Werk herauszuholen? Nein, ich wage nicht, dieses Buch als überflüssig zu bezeichnen. Es ist schön, dass Simanowski den Suhrkamp-Verlag für die Veröffentlichung seines Werkes gewinnen konnte. Aber ich würde auch davor zurückschrecken, dieses Buch als anschaffenswerte Notwendigkeit für den geneigten Leser und jede Bibliothek zu bezeichnen. Der Gehalt an Fußnoten und weiterführenden Literaturhinweisen geht durch den Print verloren. Nur wenn Simanowski die gedruckten Linklisten auf Dauer im Netz platzieren und aktualisieren würde, würde sich dieses Buch unentbehrlich machen. Ein Buch ist Print, ist statisch, was geschrieben wurde, ist uneränderlich, kann nicht angepasst werden. Das Netz ist dynamisch, die Texte sind beweglich. Die Links auch. Quintessenz: es macht wenig Sinn, Netzgebundenes zu drucken. Links in Buchform? - Da kann ich nur den Kopf schütteln. Ob ich es trotzdem nochmal kaufen und lesen würde? Aber sicher! Und verschenken auch - hier können Sie es bestellen. 28. September 2002 Copyright by Regula
Erni |
Baal lebt - Netzliteratur
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