Pro Helvetia - Kunst und Politik
oder Thomas Hirschhorn , Kunst, Kultur und die Politik(er)


Endlich! Endlich hat er es geschafft, Thomas Hirschhorn meine ich. Dank Pisse und Bieri ist er in der Schweiz in aller Munde. Endlich weiss jeder Mann, jede Frau, jedes Kind, dass es einen Thomas Hirschhorn gibt, der Schweizer Bürger ist, in Frankreich lebt, seine Werke in Paris ausstellt und von der Pro Helvetia Unterstützung erhält. Wobei seine Werke bis auf sein derzeitiges nur Insidern, z.B. den Kuratoren von pro Helvetia, bekannt sind. Wer lediglich an Kunst und Kultur interessiert ist, kannte weder den Namen Hirschhorn noch eines seiner Werke, ehe ein Ständerat namens Bieri die Pisse gesehen und im Ständerat für Rabatz gesorgt hat...

Seit Hischhorn in aller Munde ist, wird in der Schweiz hüben und drüben über Kunst diskutiert  -  und die Kulturförderung und Pro Helvetia, wobei eigentlich nur deren Kuratoren gemeint sind, die in die politische Landschaft nicht passen. Oder nicht mehr passen.

"Das ist keine Kunst," sagen die gestandenen Politiker und deuten auf die Pisse, die sich auf fatale Weise an Pro Helvetia schmiegt, an der die ganze Diskussion um Kunst und Kultur aufgehängt wird. "Was ist Kunst?" fragt die Moderatorin launisch und die Politiker von hüben und drüben deuten auf die Pisse und die Pro Helvetia und antworten mit "das-nicht-das-auf-gar-keinen-Fall" und das "widerspiegelt nicht unser Land, nicht unsere Kulturlandschaft".

Ja, ja, die Pisse - an der die Blicke der Politiker hängen bleiben - ist tatsächlich keine Kunst, pissen tut jeder. Pisse müsste von Pro Helvetia tatsächlich nicht noch speziell gefördert werden. Da aber jeder pisst, bin ich gar nicht so sicher, was "Pisse" widerspiegelt... Und ob etwas Besseres heraus kommen wird als bei Hirschhorns Werk, wenn Politiker zu definieren versuchen, was Kunst ist, ist gelinde gesagt fraglich - .