Angenommen, der Ernstfall träte ein?

Tja, um alles Mögliche und Unmögliche kümmern sich unsere Schweizer Politiker: sie haben dafür Sorge getragen,dass Saddam ausgesperrt wird, falls er sich in der Schweiz, was Gott, der es ja sonst gut mit uns meint, verhüten möge, um Asyl bemühen will, und überlegen sich, Bush die Gastfreundschaft zu versagen, wenn er von Evian her über die Schweizergrenze will. Schliesslich könnte es der schweizerischen Neutralität schaden, wenn Bush einreisen dürfte und Saddam draussen bleiben müsste. Daraus kann einer (er muss nicht) die unterschiedlichsten Schlüsse ziehen, Schlüsse, die ich hier nicht darlegen will, weil man auch ganz falsch schlussfolgern kann und wenn die Schlüsse dann trotzdem richtig sein sollten, handelt man sich bestenfalls eine saftige Geldbusse, und das ist die Sache nicht wert. Für die meisten Schweizer Politiker bleibt Saddam mit Bush draussen, vor den Türen, den Toren zum Paradies. Auch über die Schwarz- und Weissgeld Konti der kriegführenden Parteien hat man sich in Bern bestimmt schon Gedanken gemacht und beschlossen, die Gelder der allenfalls kriegführenden Parteien zu konfiszieren oder noch lieber einzufrieren. Das Einfrieren ist nicht nur das bessere Wort, es ist auch eine Tätigkeit, die Sammelklagen entgegen wirkt, während das Konfiszieren nach Treuhändern ruft, nach Juristen, nach Publizisten und in dfünfzig Jahren nach Historikern und einer teuren Kommission. Für die Flüchtlinge beider Seiten  - man kann es ja nicht wagen, die Neutralität zu verletzen - hat man bestimmt schon ein paar Zivilschutzkeller mit "McDonalds" und "Coca Cola" Werbung gepflastert, damit alle wissen, dass sie in einem Land, in dem der Kapitalismus noch was gilt, gelandet sind. Ja, ja, für den Krieg haben die Schweizer Politiker vorgesorgt: weder die Amerikaner noch die Irakis dürfen die Schweiz überfliegen. Und weil unsere Politiker so vorsorglich waren, wollte ich wissen, was mit uns, der Bevölkerung der Schweiz, im Kriegsfall geschehen wird. Ich habe unter "Bevölkerungsschutz" und unter "Zivilschutz" gegoogelt. Gefunden habe ich "Ja zur Reform von Armee und Bevölkerungsschutz" und eine Broschüre zum "Armeeleitbild". So also sieht die Vorsorge für die Menschen, die in der Schweiz leben und Steuern bezahlen (oder auch nicht) aus. Mhm! Das scheint mir nur gerecht: die Amerikaner schützen sich mit Tesaband vor dem Feind und wir Schweizer nehmen mit einer Broschüre vorlieb.

24.02.2003

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