Das WEF und die Globalisierungsgegner  

 

Kommentar

Für die Presse, WEF-Veranstalter, WEF-Gegner und unzählige Politiker aller Farben und Schattierungen scheint es zur unabdingbaren Notwendigkeit geworden zu sein, dass das Bündnis Olten als Aushängeschild der Globalisierungsgegner während des WEF's in Davos demonstriert. Ich greiff mir an den Kopf, meine Haare sträuben sich, seh ich doch schon die Schlagzeile: "Ohne Demo des "Bündnis Olten" kein WEF in Davos".

Hans Peter Michel, Biobauer in Davos und Oberst in der Armee, so ist in der NZZ vom 19.1.03 zu lesen, sitze für die FDP im kleinen Landrat, der Davoser Exekutive, und sei in Zürich am letzten 1. Mai im «Schwarzen Block» mit marschiert. Zu Studienzwecken. Aber selbstverständlich: aussliesslich zu studienzwecken. Wer eine Magisterarbeit über gewaltsame Demonstrationen schreiben will, muss mindestens ein Mal mit dem «Schwarzen Block» marschieren, sonst weiss er ja gar nicht, was er beschreibt... Wie dem auch sein mag, dieser Biobauer Michel hätte vermitteln sollen zwischen den Ansprüchen der WEF-Veranstalter und dem Bündnis Olten. Michels Bemühungen waren umsonst. Das Bündnis Olten will nicht einsehen, warum einer, der schon einmal gewalttätig geworden ist an einer Demo, in Davos nicht soll demonstrieren dürfen.

Oja, es wird viel geredet von den Ansprüchen des Bündnisses Olten und den Ansprüchen der WEF-Veranstalter. Aber wer redet eigentlich von den Ansprüchen der WEF-Teilnehmer, den Gästen? Aber klar doch: Eine Demonstration ist ein Grundrecht... und die Gäste haben sich anzupassen.

Wie schön war es doch im Jahr 1971 während des WEF in Davos. Keiner wollte gewaltsam gegen die Wirtschaft, von der wir ja alle - Politiker, Manager, Philosophen, Demonstranten - leben, vorgehen, die Zufahrt war frei und die Wegfahrt auch.

Davos war ein Ort der Begegnung. Und das Demonstrieren gehörte schon damals zu den Grundrechten.

 

Copyright 2003 by Regula Erni, Zofingen

 

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