Amerikanische Wirtschaftsstrategien
Corporate Raider und Sharks

Die Abgesandten der Private-Equity-Granden (Jerry Kohlberg, Henry Kravis und George Roberts) sind plötzlich wieder da, und haben, wie dies Freibeuter zu tun pflegen, ihre Enterhaken ausgeworfen. Sie suchen "günstige" Firmen und kaufen diese auf. Nach erfolgtem "Buyout" wird der Gewinn maximiert, damit das geenterte Unternehmen mit hohem Profit an andere, unbegabtere Investoren weiterverkauft werden kann. Während des Dotcom-Booms waren "Schnäppchen" Mangelware, doch jetzt ist die Branche wieder hellwach. Das zeigt u.a. die "Carlyle-Group", die Westeuropa im Visier hat. Die Voraussetzungen für eine Shoppingtour sind ausgezeichnet: die Börsenwerte europäischer Unternehmen sind geschmolzen wie Schnee in der Juli-Sonne und die fetten Gewinne der letzten Jahre wurden von jugendlichen Managern an den Börsen verspielt. Viele Unternehmen sehen sich in finanzieller Klemme - und die "Sharks" verfügen über Bares und zahlen gut! Das gute alte Europa darf sich freuen...

Leider machen die Sharks auch vor Schweizer Unternehmen nicht Halt... Wo auch immer "die Amerikaner" auftauchen, sich breit machen und das "business" übernehmen, wird jedem klar: "Die Amerikaner" besser als jeder andere, was Demokratie, was freie Marktwirtschaft, was ein Duopol ist, was der Subventionsabbau und das Verbot von Kartellen bewirkt, wie sich die Globalisierung auf die Binnenmärkte auswirkt und was Pressefreiheit ist.

Ausgestattet mit diesem Besserwissen übernehmen "die Amerikaner" Schweizer Unternehmen, die in einem klassischen Duopolmarkt tätig sind und Produkte herstellen oder vertreiben, von denen "die Amerikaner" zum ersten Mal beim "Buyout" hören. Der erste Schritt, den "die Amerikaner" im neuen "business" machen, besteht darin, die alte Geschäftsleitung zu entlassen und durch ein vollkommen neues "Management", eines, das, exakt wie "die Amerikaner", vom Markt, von den Produkten, deren Herstellung und Vertrieb, nichts versteht, zu ersetzen. Da aber "die Amerikaner" alles besser wissen, macht das überhaupt nichts; das "Management" erhält den Auftrag, den Gewinn zu maximieren. Und den hat es zu erfüllen - so what?!

Weil das "Management" keine Ahnung von den Produkten hat, sich mit den Marktgegebenheiten, meist - nicht immer - einem Duopol, nicht auskennt, wartet es erst mal ab und hofft, dass sich der Gewinn maximiert. Tut er das nicht, rufen "die Amerikaner" "Wirtschaft ist Krieg" und das "Management" nickt ergeben. Der Konkurrenz, ja der ganzen Welt den Krieg erklären ist ihm mehr als Recht: im Krieg ist der Einsatz von jedem Mittel, das den Feind aus dem Feld zu schlagen vermag, erlaubt.  Dem "Mangement" wird leicht ums Herz: Kriegerische Taktik und Strategien können einfach von "den Amerikanern" übernommen werden. "Die Amerikaner" machen schliesslich seit Monaten keinen Unterschied mehr zwischen Feind und Freund und genauso macht es das "Management" mit den eigenen Kunden: die Kunden werden aufs Schändlichste belogen und betrogen. Alles - damit das "Management" Gewinne einfahren und im Auftrag "der Amerikaner" maximieren kann.  - So what?!

"Wirtschaft ist Krieg" lautet seit mehreren Jahrzehnten der Slogan der Japaner, die den Beweis dafür geliefert haben, dass es sich um mehr als nur um ein Sprüchlein handelt: die defizitäre Handelsbilanz der Amerikaner spricht Bände. Trotzdem haben sich "die Amerikaner" diesen "Spot" bei den Japanern ausgeliehen und zu eigen gemacht, exakt so wie sie die Urknalltheorie von der katholischen Kirche (1927 Georges Lemaître) übernommen haben und heute als rein amerikanische Denkarbeit ausgeben.  "Urknall = Hubble + Teleskop = Amerika" - so what?!

All das ist Teil der "neuen Weltordnung" - einer amerikanischen Ordnung notabene, welche von der Welt nicht begehrt wird oder gewollt ist. Aber auch da gilt: "die Amerikaner" wissen es besser - so what?!